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Hintergrundbild was ist hautpilz - Mädchen läuft

Hautpilz erkennen & behandeln

Hautpilz ist weit verbreitet, oft hartnäckig – aber gut behandelbar. Wenn Sie typische Anzeichen früh erkennen und konsequent handeln, lässt sich die Infektion meist schnell kontrollieren und dauerhaft beseitigen.

Was ist Hautpilz
Ursachen und Ansteckung
Symptome von Hautpilz
Hautpilz Behandlung
Tipps zur Vorbeugung von Hautpilz

05 Juni 2026

Autor: Mediha Sarwar

GPhC registrierte Apothekerin

Medical Advisor, Karo Healthcare

Hautpilz – medizinisch Dermatomykose – bezeichnet eine Infektion der Haut durch Pilze. Diese Mikroorganismen befallen bevorzugt die äußeren Hautschichten, die reich an Keratin sind. Keratin ist ein festes Strukturprotein, das auch in Haaren und Nägeln vorkommt.

Hautpilz ist ein Sammelbegriff

Unter „Hautpilz“ fallen verschiedene Erkrankungen:

  • Körperpilz (Ringelflechte, Tinea corporis): Befällt die glatte Haut
  • Fußpilz (Tinea pedis): Häufig zwischen den Zehen
  • Nagelpilz (Onychomykose): Betrifft Finger- oder Fußnägel
  • Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor): Landkartenartige Verfärbungen der glatten Haut, häufig an Brust, Nacken oder Rücken
  • Leistenpilz: In warmen Hautfalten

Ursachen und Ansteckung: Wie verbreitet sich der Hautpilz?

Wie entsteht die Infektion?

Pilze können bereits auf der Haut vorhanden sein oder von außen übertragen werden. Erst wenn günstige Bedingungen herrschen – etwa Feuchtigkeit oder eine geschwächte Hautbarriere – vermehren sie sich stark und lösen Symptome aus.

Häufige Übertragungswege

Hautpilz ist ansteckend und kann auf mehreren Wegen übertragen werden:

  • Direkter Hautkontakt: z. B. beim Sport oder engen Körperkontakt
  • Tierkontakt: besonders mit Katzen, Hunden oder Nutztieren
  • Gegenstände: Handtücher, Kleidung, Bettwäsche
  • Öffentliche Orte: Fitnessstudio, Schwimmbad, Sauna

Hinweis: Pilze lieben feuchte Oberflächen. Daher sind Gemeinschaftsduschen und Schwimmbäder ein häufiger Infektionsort.

Rolle der Hautbarriere

Ihre Haut schützt Sie normalerweise vor Krankheitserregern. Wird diese Barriere geschwächt, steigt das Risiko:

  • Feuchtigkeit (Schweiß, nasse Haut)
  • Reibung in Hautfalten
  • Kleine Verletzungen oder Risse
  • Enge, luftundurchlässige Kleidung

Weitere Risikofaktoren

Neben der Ansteckung spielen auch persönliche Faktoren eine Rolle:

  • Geschwächtes Immunsystem
  • Diabetes mellitus
  • Starkes Schwitzen (Hyperhidrose)
  • Antibiotika-Einnahme
  • Stress oder hormonelle Veränderungen

Merke: Hautpilz entsteht oft durch ein Zusammenspiel aus Ansteckung und günstigen Wachstumsbedingungen.

Typische Anzeichen

Die Symptome können je nach Körperstelle und Pilzinfektion variieren, häufig sind jedoch:

  • Rötliche, klar abgegrenzte Hautstellen
  • Kreisförmige oder ringartige Muster (insbesondere bei Ringelflechte)
  • Schuppige oder trockene Haut
  • Starker Juckreiz

Diese Veränderungen breiten sich oft langsam nach außen aus, während die Mitte abheilen kann – ein typisches Merkmal.

Weitere mögliche Beschwerden

Zusätzlich können auftreten:

  • Kleine Bläschen oder nässende Stellen
  • Brennen oder Spannungsgefühl
  • Risse in der Haut (z. B. zwischen den Zehen)
  • Helle oder dunkle Verfärbungen

Hinweis: Hautpilz kann unterschiedlich aussehen – nicht jede Infektion zeigt die klassischen rötlichen Ringe.

Allgemeine Behandlungsmöglichkeiten

Hautpilz wird mit Antimykotika (pilzhemmenden oder pilztötenden Medikamenten) behandelt:

  • Topisch (äußerlich): Cremes, Sprays, Lösungen
  • Oral (innerlich): Tabletten oder Infusionen bei schweren Fällen

Behandlungsdauer: meist 2–4 Wochen, je nach Ausprägung

Wirkstoff im Fokus: Terbinafin

Ein besonders wirksamer Inhaltsstoff ist Terbinafin. Dieser gehört zu den modernen Antimykotika und wirkt fungizid – das bedeutet, er tötet die Pilze aktiv ab. Terbinafin greift in den Stoffwechsel der Pilze ein und zerstört deren Zellmembran. Dadurch sterben die Erreger ab und die Haut kann sich regenerieren.

Vorteile von Terbinafin:

  • Schnelle Wirkung gegen viele Pilzarten
  • Bekämpft die Ursache, nicht nur die Symptome
  • Gute Hautverträglichkeit
  • Geeignet für verschiedene Körperstellen

Wichtig: Auch wenn die Haut besser aussieht und Symptome gelindert sind, können noch Pilzreste vorhanden sein. Daher unbedingt konsequent an die empfohlene Behandlungsdauer halten!

Folgen eines zu frühen Abbruchs:

  • Rückfall der Infektion
  • Längere Gesamtbehandlungszeit
  • Erneute Ansteckung

Merke: Symptomfrei bedeutet nicht pilzfrei!

Anwendungstipps für optimale Ergebnisse

So wenden Sie Antimykotika richtig an:

  1. Haut gründlich reinigen. Am besten mit pH-neutraler Seife und lauwarmem Wasser.
  2. Betroffene Stelle gut abtrocknen. Achten Sie dabei auch auf schwer erreichbare Stellen, wie z. B. die Zehenzwischenräume. Möglichst nicht reiben, um die Haut nicht weiter zu reizen.
  3. Medikament dünn auftragen. Cremes nicht verreiben. Spray aufsprühen, sodass das gesamte betroffene Hautgebiet bedeckt ist. Gut trocknen lassen.
  4. Hände danach gründlich waschen.

Produktvorteile im Alltag:

  • Sprays: ideal für große oder behaarte Flächen
  • Cremes: gezielte Anwendung
  • Kühlender Effekt kann Juckreiz lindern

Tipps zur Vorbeugung von Hautpilz

Tägliche Maßnahmen

Mit einer konsequenten Körper- und Umgebungshygiene können Sie Pilze gut in Schach halten und ihre Verbreitung eindämmen.

  • Haut trocken halten (besonders Hautfalten)
  • Atmungsaktive Kleidung tragen (z. B. Baumwolle)
  • Verschwitzte Kleidung schnell wechseln
  • Handtücher und Bettwäsche bei 60 °C waschen
  • Badeschuhe in öffentlichen Duschen tragen

Auch die vorbeugende Desinfektion von z. B. Schuhen und Haarbürsten oder Oberflächen in Gemeinschaftsräumen kann Pilzinfektionen verhindern.

Merksatz: Trocken, sauber, luftig – so beugen Sie Hautpilz effektiv vor.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn:

  • sich die Infektion ausbreitet
  • empfindliche Bereiche (z. B. Gesicht) betroffen sind
  • keine Besserung nach Selbstbehandlung eintritt
  • Kinder oder Schwangere betroffen sind
  • starke Schmerzen oder Entzündungen auftreten

Hinweis: Eine frühzeitige Diagnose verhindert Komplikationen und beschleunigt die Heilung.

Mit dem richtigen Wissen, konsequenter Behandlung und guter Hygiene können Sie Hautpilz effektiv bekämpfen und dauerhaft vorbeugen.

Lamisil: Behandlung von Hautpilz

Quellen

  1. DocCheck Flexikon. Tinea. Zuletzt aufgerufen: März 2026.
  2. DynaMed. Tinea Corporis. EBSCO Information Services. Zuletzt aufgerufen: März 2026.
  3. Ely JW, Rosenfeld S, Seabury Stone M. Diagnosis and management of tinea infections. Am Fam Physician. 2014; 90(10): 702–710.
  4. Kaushik N, Pujalte GG, Reese ST. Superficial Fungal Infections. Prim Care. 2015; 42(4): 501–516.
  5. Leung AK, Lam JM, Leong KF, Hon KL. Tinea corporis: an updated review. Drugs Context. 2020; 9: 2020-5-6.
  6. Plettenberg, A. et al. Infektionskrankheiten der Haut. Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2010.