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Ringelflechte

Ringelflechte erkennen & behandeln

Alles über den Erreger, Symptome, Ursachen und die 7-Tage-Therapie

Was ist Ringelflechte?
Symptome der Ringelflechte
Ursachen und Ansteckung
Ringelflechte Behandlung
Tipps zur Vorbeugung

Was ist Ringelflechte? Ein Überblick über Tinea corporis

Ein Pilz, keine Flechte oder ein Wurm: Die häufigsten Missverständnisse

Ringelflechte (lat. Tinea corporis) wird – anders als es ihr deutscher Name oder ihr umgangssprachlicher englischer Name “Ringworm” glauben lässt – weder durch eine Flechte noch durch einen Wurm verursacht. Stattdessen handelt es sich bei Ringelflechte um eine weit verbreitete und ansteckende Pilzinfektion der Hautoberfläche. Hauptsächlich betroffen sind Arme, Beine und/oder Rumpf, allerdings kann sich eine Ringelflechte auch auf Hände und Füße sowie das Gesicht und den Kopfbereich ausbreiten.

Wie wird man infiziert und warum ist Ringelflechte ansteckend

Eine Infektion mit Ringelflechte kommt nicht aus dem Nichts. Sie verbreitet sich durch engen Kontakt mit bereits infizierten Personen oder kontaminierten Gegenständen, wie bspw. Haarbürsten und Handtüchern. Ringelflechte kann zudem auch Tiere – sowohl Haustiere als auch wildlebende Tiere – betreffen und auch sie können Menschen mit dieser Infektion anstecken. Besonders anfällig für eine Ansteckung mit Ringelflechte sind zudem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, bspw. ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen.

Warum die Hautoberfläche betroffen ist

Auslöser der Ringelflechte sind Fadenpilze – mikroskopisch kleine Pilze, die als sogenannte Dermatophyten die Haut besiedeln können. Nach dem Kontakt mit einer ansteckenden Person, einem infizierten Tier oder einem kontaminierten Gegenstand befinden sich die infektiösen Pilze und ihre Sporen zunächst auf der Hautoberfläche. Dort stellt eine gesunde und gepflegte Haut eine gute Schutzmauer gegen diese Erreger dar.

Hautverletzungen und Feuchtigkeit können die Mauer jedoch durchlässig machen, sodass die Pilze in die oberste Hautschicht eindringen. Dort ernähren sie sich von der Hornsubstanz, dem sogenannten Keratin. Allerdings können die Pilze auch entlang von Haaren oder durch tiefe Wunden weiter in die Haut eindringen und dort in tieferen Hautschichten zu oftmals eitrigen Entzündungen führen.

Symptome der Ringelflechte: Woran erkennt man die Ringelflechte im Anfangsstadium?

Das typische Erscheinungsbild: Rote Ringe und schuppige Ränder

Namensgebend für die Ringelflechte und ihre umgangssprachliche englische Bezeichnung sind charakteristische kreisrunde oder ringförmige entzündliche Rötungen, die insbesondere im Anfangsstadium der Erkrankung auftreten. Diese Flecken haben typischerweise einen Durchmesser von ca. 1 bis 5 cm und sind in der Mitte meist heller.

Der dunklere, ringähnliche Rand ist oft trocken und schuppt sich. Zudem erhebt er sich leicht über die umgebende Haut. Durch diese namensgebende Ringform lässt sich eine Ringelflechte auch gut von Ekzemen unterscheiden. Neben den großen Flecken können sich auch kleinere rötliche Flecken bilden. Bei einem Fortschreiten der Infektion können die zunächst einzeln vorliegenden Rötungen zu großflächigen Flecken verschmelzen.

Das typische Erscheinungsbild: Rote Ringe und schuppige Ränder

Die roten Flecken der Ringelflechte werden von Juckreiz begleitet, der bei fortschreitender Entzündung zu einem Brennen übergehen kann. In vereinzelten schweren Fällen können sich zusätzlich zu den Rötungen Pickel und Eiterbläschen bilden. Eine hohe Anzahl der ringförmigen Rötungen ist ein typisches Signal für eine schwere Form der Ringelflechte. Dringen die Pilze in tiefere Hautschichten ein, kann es statt zu Rötungen zur Bildung von schmerzhaften und oft nässenden Knoten oder Krusten kommen. Nach dem Abheilen hinterlassen diese mitunter Hautverfärbungen.

Ringelflechte oder Röschenflechte? Den Unterschied erkennen

Trotz des sehr ähnlichen Namens sind Ringelflechte und Röschenflechte nicht miteinander verwandt. Röschenflechte (lat. Pityriasis rosea), die auch als Schuppenröschen bezeichnet wird, ist auch eine entzündliche Hauterkrankung, bei der sich ebenfalls juckende und geschuppte ovale Rötungen bilden. Anders als die Ringelflechte sind diese Flecken allerdings in der Regel durchgängig rot und nicht ringförmig. Zudem ist die Röschenflechte nicht ansteckend und kann sich, anders als die Ringelflechte, auch mit zusätzlichen Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Fieber vor dem ersten Auftreten von Rötungen ankündigen.

Um eine Ringelflechte und eine Röschenflechte eindeutig voneinander zu unterscheiden, lohnt sich in der Regel jedoch ein Besuch bei der Hausärzt:in, der durch eine Untersuchung von Schuppenmaterial oder Blut Klarheit schaffen kann.

Ursachen und Ansteckung

Übertragung durch Haustiere (Katzen, Hunde, Meerschweinchen)

Neben der direkten Ansteckung von betroffenen Menschen kann Ringelflechte auch durch Kontakt mit infizierten Tieren übertragen werden. Das betrifft sowohl Haustiere als auch wildlebende Tiere. Typisch betroffene Tiere sind dabei sowohl Katzen als auch Hunde. Allerdings gehören auch Kleintiere wie Hamster, Mäuse, Kaninchen, Meerschweinchen oder Ratten dazu. Tiere, bei denen die Ringelflechte ausgebrochen ist, zeigen ebenfalls die charakteristischen ringförmigen Rötungen und leiden unter dem Juckreiz. Allerdings können auch Tiere, die noch nicht einmal selbst Symptome zeigen, bereits ansteckend sein. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich nach dem Kontakt mit Tieren, seien es Wild- oder Haustiere, die Hände gründlich zu waschen.

Sport, Gymnastikmatten und direkter Hautkontakt

Die Erreger der Ringelflechte bevorzugen warme und feuchte Umgebungen, so wie man sie im Schwimmbad und in Gemeinschaftsduschen, bspw. in Fitness-Studios, Saunas und Sporthallen finden kann. Handtücher können deswegen leicht in diesen Umgebungen kontaminiert werden. Zudem können Gegenstände, die von Personen mit Ringelflechte benutzt wurden, wie Kleidung, aber auch Kämme oder andere Haarpflegeutensilien, mit Pilzen kontaminiert werden.

Da die Fadenpilze sehr resistent gegen Austrocknung sind, können kontaminierte Gegenstände noch lange ansteckend sein. Aus diesem Grund sollten Kleidung, Bettwäsche, Handtücher und andere Gegenstände der persönlichen Hygiene nicht mit anderen Personen geteilt werden.

Die Ansteckung per direktem Hautkontakt ist im Alltag recht selten. Allerdings steigt das Ansteckungsrisiko bei Sportarten mit hohem Körperkontakt, wie Kampfsport und Ringen.

Ringelflechte Behandlung: So werden Sie den Pilz effektiv los

Warum herkömmliche Behandlungen oft Wochen dauern

Ist die Ringelflechte erst einmal eindeutig diagnostiziert, kann sie in der Regel und bei einem milden Verlauf durch eine äußerliche Behandlung der Haut mit pilztötenden bzw. fungiziden Salben, Cremes oder Sprays behandelt werden. Besonders schwere Verläufe der Ringelflechte können allerdings auch die Verwendung von Tabletten erfordern.

Die Medikamente hemmen die Produktion von Bestandteilen der Zellwand der Pilze und schränken so Wachstum und Vermehrung der Erreger ein. So bekämpfen sie die Rötung und Entzündung. Nach dem Verschwinden der Beschwerden sollten diese Mittel noch längere Zeit weiterverwendet werden, um ein Wiederaufflammen der Ringelflechte zu verhindern. Aus diesem Grund beträgt die Behandlungsdauer oft mehrere Wochen.

Die Lamisil 7-Tage-Strategie: Die Wirkung von Terbinafin

Anders ist dies jedoch bei Lamisil. Es enthält den Wirkstoff Terbinafinhydrochlorid, ein Breitband-Antimykotikum, das gegen ein weites Spektrum von Dermatophyten benutzt werden kann. Der Wirkstoff dringt in die von Ringelflechte befallenen Hautschichten ein, hemmt dort die Vermehrung des Pilzes und tötet ihn ab.

Im Gegensatz zu vergleichbaren Produkten müssen Lamisil Creme und Lamisil Spray nur jeweils einmal täglich für eine Woche angewendet werden. Gleichzeitig ermöglicht Lamisil eine schnelle Besserung: die Symptome der Infektion klingen in der Regel bereits nach wenigen Tagen ab.

Tipps zur richtigen Anwendung von Creme und Spray

Vor der Anwendung von Lamisil sollten die betroffenen Hautstellen gereinigt und gut getrocknet werden. Die Creme sollte in einer dünnen Schicht aufgetragen werden, während beim Spray die entsprechenden Hautstellen und umliegenden Bereiche gründlich benetzt werden sollten. Nach der Anwendung sollten die Hände gründlich gewaschen werden.

Bei Infektionen in einer Hautfalte kann nach der Anwendung ein Mullstreifen angebracht werden. Besonders wichtig ist es, die Behandlung für die volle angegebene Behandlungszeit durchzuführen, selbst wenn die Symptome bereits früher abklingen. So kann das Risiko für einen Rückfall der Ringelflechte verringert werden.

Tipps zur Vorbeugung: So schützen Sie sich und andere

Richtige Hygiene im Alltag und beim Sport

Um Ringelflechte und anderen Pilzinfektionen vorzubeugen, ist die richtige Hygiene entscheidend. In trockenen Umgebungen können Fadenpilze nicht so schnell wachsen. Deshalb sollte der Körper trocken gehalten werden. Nasse Kleidung, ob nach dem Sport oder nach dem Regen, sollte schnellstmöglich gewechselt werden.

Beim Ausdauersport empfiehlt sich zudem atmungsaktive Kleidung, damit der Schweiß besser trocknen kann. Darüber hinaus helfen regelmäßiges Händewaschen und Duschen, insbesondere nach dem Sport, den Pilzen den Nährboden zu entziehen und Pilzsporen abzuwaschen.
Letztendlich sollten persönliche Gegenstände wie Kleidung, Bettwäsche oder Sportausrüstung nicht mit anderen Personen geteilt werden und Sportgeräte oder Matten in Fitnessstudios sollten vor Gebrauch desinfiziert werden.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein Arztbesuch lohnt sich besonders in den Anfangsstadien der Ringelflechte, um tatsächlich abzuklären, ob es sich um eine Ringelflechte oder eine Erkrankung mit ähnlichen Symptomen wie einer Röschenflechte oder einer Schuppenflechte handelt.

Falls die Ringelflechte eine Woche nach Behandlungsbeginn noch nicht zurückgegangen ist oder eine große Fläche betrifft, ist außerdem ärztlicher Rat zu empfehlen. Außerdem sollte der Arzt aufgesucht werden, falls die Ringelflechte die Kopfhaut betrifft, eine Immunschwäche oder eine Schwangerschaft vorliegen.

Produkte zur Behandlung von Ringelflechte

Quellen

Deximed. Röschenflechte (Pityriasis rosa). (zuletzt aufgerufen: Januar 2026).

MedlinePlus. Pityriasis rosea. (zuletzt aufgerufen: Januar 2026).

Mónica Z et al. Journal of Medical Microbiology. 2011;60(5) 612–618.

National Health Service. Pityriasis rosea. (zuletzt aufgerufen: Januar 2026).

Suerbaum H (2012). Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer Medizin Verlag Heidelberg.

Yee G et al. StatPearls. Treasure Island (FL). 2025 Feb 14.