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Kleienpilzflechte: Ursachen, Symptome, Behandlung & Prävention

Was ist Kleienpilzflechte?
Die Kleienpilzflechte ist eine häufige, oberflächliche Pilzerkrankung der Haut. Auch wenn die Kleienpilzflechte optisch auffällig sein kann, ist sie in der Regel harmlos, nicht gefährlich und gut behandelbar.

Mit der richtigen Therapie lassen sich die Symptome meist schnell und effektiv lindern.

30 Juni 2026

Autor: Mediha Sarwar

GPhC registrierte Apothekerin

Medical Advisor, Karo Healthcare

Was ist Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor)?

Die Kleienpilzflechte, medizinisch als Pityriasis versicolor bezeichnet, ist eine weit verbreitete oberflächliche und gutartige Pilzerkrankung der Haut. Sie zeigt sich vor allem durch auffällige Farbveränderungen der Haut, die von hell bis bräunlich reichen können.

Der lateinische Name Pityriasis versicolor leitet sich von diesen Veränderungen der Pigmente ab.

Durch Kratzen lösen sich an den betroffenen Stellen oberflächlich kleieähnliche Hautschuppen ab, denen die Kleienpilzflechte ihren deutschen Namen verdankt.

Viele Betroffene bemerken die Erkrankung besonders im Sommer, wenn sich die gesunde Haut durch Sonne bräunt, die betroffenen Stellen jedoch heller bleiben.

Trotz ihres teils auffälligen Erscheinungsbildes ist die Kleienpilzflechte harmlos und gut behandelbar.

Ursachen & Auslöser von Kleienpilzflechte

Ungewöhnliche helle oder bräunliche Flecken auf der Haut, die trotz Sonne nicht verschwinden? Dahinter kann eine häufige, aber oft unterschätzte Hauterkrankung stecken: die Kleienpilzflechte.

Verursacht wird die Kleienpilzflechte durch Hefepilze der Gattung Malassezia, meist Malassezia furfur.

Dabei handelt es sich um Mikroorganismen, die natürlicherweise auf der Haut der meisten Menschen vorkommen und normalerweise keine Beschwerden verursachen.

Unter bestimmten Bedingungen können sich diese Hefepilze jedoch stark vermehren und in eine krankmachende Form übergehen.

In diesem Fall beeinflussen sie die Pigmentbildung der Haut, indem sie einerseits direkt die Melaninbildung der Haut unterdrücken und andererseits einen dichten Teppich bilden, der UV-Licht filtert.

Häufige Risikofaktoren

Die Entstehung hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Stattdessen begünstigen folgende Faktoren das Wachstum der Hefepilze:

  • Starkes Schwitzen
  • Warm-feuchtes Klima
  • Fettige Haut
  • Hormonelle Veränderungen (z. B. Pubertät, Schwangerschaft)
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Mangelernährung
  • Langzeit-Antibiotika-Einnahme

Wichtig: Kleienpilzflechte ist in der Regel nicht ansteckend, da die verursachenden Pilze bereits auf der Haut vorhanden sind.

Typische betroffene Körperstellen

  • Oberer Rücken
  • Brust
  • Schultern
  • Oberarme
  • Hals
  • Selten: Gesicht

Symptome der Kleienpilzflechte erkennen

Charakteristisch für die Kleienpilzflechte sind fleckige Hautveränderungen, die heller oder dunkler erscheinen als die umgebende Haut – auf dunkler Haut tendieren befallene Stellen dazu, zu schwach pigmentiert zu sein, während betroffene Stellen auf heller Haut eher überpigmentiert sind.

Die Flecken reichen von weiß bis rötlich-bräunlich, können rundlich oder unregelmäßig geformt sein und fließen gelegentlich ineinander über.

In den meisten Fällen verursacht die Erkrankung keine oder nur geringe Beschwerden. Ein leichter Juckreiz kann auftreten, steht jedoch meist nicht im Vordergrund.

Auffällig ist, dass sich die betroffenen Hautstellen nach Sonneneinstrahlung nicht oder nur unzureichend bräunen, wodurch der Farbunterschied deutlicher sichtbar wird.

In seltenen Fällen kann der Pilz Malassezia furfur auch die Haarwurzeln an Brust und Rücken befallen und einen akneartigen Ausschlag mit starkem Juckreiz auslösen, die sogenannte Pitysporum-Follikulitis.

Diagnose: Wie wird Kleienpilzflechte festgestellt?

Die Diagnose einer Kleienpilzflechte kann häufig bereits anhand des typischen Hautbildes gestellt werden.

Ärztinnen und Ärzte erkennen die Erkrankung meist durch die charakteristische Verteilung und Farbveränderung der Flecken.

Zur Absicherung können Hautschuppen entnommen und unter dem Mikroskop untersucht werden.

Dabei lassen sich die Hefepilze gut nachweisen. In manchen Fällen wird zusätzlich eine Untersuchung mit speziellem UV-Licht (sogenanntes Wood-Licht) durchgeführt, bei der die betroffenen Hautstellen gelblich fluoreszieren.

Wichtige Differenzialdiagnosen

Da Farbveränderungen der Haut viele Ursachen haben können, müssen bei der Diagnosestellung andere Erkrankungen in Betracht gezogen werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit),
  • Neurodermitis
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Andere Störungen der Hautpigmentierung.

Wichtig: Eine fachärztliche Abklärung hilft, die richtige Diagnose zu stellen und eine passende Behandlung einzuleiten.

Behandlung der Kleienpilzflechte: Was kann helfen?

Zur Behandlung der Kleienpilzflechte werden Antimykotika, also pilzhemmende oder pilztötende Medikamente, eingesetzt.

Ein bewährter Wirkstoff ist Terbinafin. Dieser greift gezielt in den Stoffwechsel der Pilze ein, indem er ein Enzym blockiert, das für den Aufbau der Zellmembran notwendig ist. Diese Zellmembran ist vergleichbar mit einer schützenden Hülle, die der Pilz zum Überleben braucht. Wird ihr Aufbau gestört, kann sich der Pilz nicht weiter vermehren und stirbt ab.

Lamisil: Behandlung von Hautpilzerkrankungen

Die Produktfamilie von Lamisil nutzt den Wirkstoff Terbinafin, um effektiv Pilzerkrankungen der Haut wie die Kleienpilzflechte zu behandeln.

Dabei steht Ihnen Lamisil in zwei Formulierungen zur Verfügung, als Creme oder als Spray. So können Sie das individuell für Sie passende Produkt für Ihre Behandlung wählen.

Ob Spray oder Creme: Lamisil tötet den Pilz effektiv ab, lindert zuverlässig Symptome und lässt sich einfach und hygienisch anwenden.

Übrigens: Lamisil kann auch bei weiteren Hautpilzerkrankungen wie Fußpilz, Leistenpilz oder Ringelflechte eingesetzt werden, sofern diese durch entsprechend empfindliche Erreger verursacht sind.

Keine Hausmittel verwenden

Mit Hausmitteln ist der Kleienpilzflechte nicht beizukommen. Zwar geistern im Internet Empfehlungen zur topischen Verwendung von z. B. Essig, Joghurt oder ätherischen Ölen herum, wissenschaftlich fundiert sind diese Empfehlungen jedoch nicht.

Tatsächlich kann eine Anwendung solcher Hausmittel sogar der Haut schaden, etwa durch allergische Reaktionen oder die enthaltene Säure, die die Haut angreifen kann.

Wichtig zur Heilung

Die normale Hautfarbe gleicht sich nach erfolgreicher Behandlung oft verzögert an. Dies kann mehrere Wochen dauern und bedeutet nicht, dass die Therapie unwirksam war.

Prävention: Kleienpilzflechte vorbeugen

Da die auslösenden Hefepilze zur natürlichen Hautflora gehören, lässt sich eine Kleienpilzflechte nicht vollständig verhindern.

Dennoch können bestimmte Maßnahmen helfen, das Risiko für ein erneutes Auftreten zu verringern.

Tipps zur Vorbeugung

  • Starkes Schwitzen vermeiden
  • Luftdurchlässige Kleidung tragen
  • Haut nach Sport gründlich trocknen
  • Milde, pH-neutrale Waschlotion verwenden
  • Fettige Pflegeprodukte sparsam einsetzen

Zusätzliche Maßnahmen

  • Vor allem im Sommer: Einsatz von antimykotischen Shampoos zur Vorbeugung
  • Regelmäßige Hautpflege zur Reduktion von Talg und Schweiß

Fazit

Die Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) ist eine häufige, aber harmlose Hauterkrankung.
Mit der richtigen Behandlung – insbesondere durch Antimykotika wie Terbinafin – lässt sie sich effektiv bekämpfen.

Eine frühzeitige Diagnose und passende Pflege helfen, Symptome schnell zu lindern und Rückfälle zu vermeiden.

Referenzen

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Mayser PA, Preuss J. Hautarzt. 2012;63:859–867.

MyLife Media GMBH. Behandlung: Pityriasis versicolor Kleienpilzflechte – was hilft?. Zuletzt aufgerufen: März 2026.

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